Archiv fuer Dezember, 2009

Dorf-Impressionen. 0

Heimatdorfstraßen-Oma 1 und 2 stehen vorm Haus der ersteren, während Mr van Phipsen eiligst auf dem Weg zum Dorfbahnhof schlittert, allerdings mit Rücksicht auf seinen in der Dorfstraße nach Versuchen mit langen Haaren, Punkrock und generellem Schützenfest- und Westfalenhass ohnehin arg anschlagenen, unter Umständen bereits ruinierten Ruf auch nicht grußlos vorbeihuschen möchte – es fällt ja auf die Familie zurück, Sie müssen verstehen.

F.: Moin.
O.1: Na, bisse auma wieder zuhause?
F.: Jau, so einmal im Jahr schafft–
O.1: Hömma, bisse denn immer noch in Eng-Land?
F.: Neenee, mittlerweile wieder in Freiburg.
O.1: Ahsooo, in Freiburch… bisse aber auch bald fettich, wo*?
F.: Hm öhrm joa, so’n gutes Jahr noch…
O.1 zu O.2, während F. schleunigst wieder Fahrt aufnimmt: Keerkeer, dat dauert aber auch immer, nech…

O.2 war schon immer eher der passive Typ mit Kissen hinterm Küchenfenster, O.1 die aktiv Indiskrete. So ‘ne Dörfer ändern sich tatsächlich selten bis nie.

* das ist übrigens kein “wo” mit langem O, sondern ein “wo” mit sehr kurzem O. Experten sagen je nach Dorf im Extremfall auch “wonnich?”. Beides entspricht dem im englischen Sprachraum verbreiteten “isn’t it?” bzw. dem deutschen “ne?”.

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