Archiv fuer Dezember, 2008

ich bin käuflich. kaufbar. 1

Sehr geehrte Damen und Herren,

ich verkünde mit einem gewissen Stolz, dass mein erstes mitverfasstes und -herausgegebenes Buch ab heute so richtig zu kaufen ist. amazon.com liefert bereits, amazon.co.uk und amazon.de führen es bereits als Eintrag und sollten in den nächsten Tagen auch liefern können.

Abgesehen davon ist dieser Eintrag der erste seit langem, der den Namen dieses Blogs mal wieder rechtfertigt. Warum? Buch kaufen und lesen. Wer nicht unbedingt gesteigertes Interesse an der Erforschung des Entstehung dieser amerikanischsten* aller Literaturgattungen ist, wird den Nerdfaktor um ein Vielfaches verstärkt spüren. Was das Buch natürlich nicht minder lesenswert macht: Zehn historische Proto-Short Stories aus amerikanischen Magazinen der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts, die (mit einigen anstrengend zu lesenden Ausnahmen) sicher recht ansprechender Lesestoff für Fans des Genres sind.

Sollte sich also tatsächlich jemand dieses Buch auch ohne Waffe im Genick zulegen: Die Kapitel “Adventures of a Young English Officer Among the Abenakee Savages” und “Something Unaccountable” entstammen den digitalen Federn der großartigen Aynur Erdogan und meiner selbst, große Teile des Typesettings sind das Produkt unzähliger schlafloser Nächte und Überstunden im Büro und wer ganz genau liest, wird das eine oder andere von mir nachrecherchierte Detail und kosmetische Korrekturen in vielen anderen Kapiteln finden.

Wie gesagt, Nerdkram. Aber guter.

* mit Ausnahme von Superhelden-Comics, dazu aber erst nächstes Jahr mehr. Es wird wieder nerdiger hier, versprochen.

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and I hope you have fun. 1

There’s always a certain feeling of not belonging when I come back home for Christmas. It’s nothing to do with my family at all, it’s the environment, the people around me and the village I couldn’t wait to leave when I was a teenager. And yet, there’s always this tremendous joy of seeing friends I haven’t seen all year and probably didn’t even send a single line since we last met. I must admit that there is a tiny little contradiction between my hatred for this place and my love for it, being the only place on earth where I can meet all of these amazing people in one and the same spot at the same point in time.

With most of these friends, it’s perfectly alright we only meet once a year. Not because they are not dear to me but because it’s just the way it works. We meet after a year and catch up as if it were yesterday, some things and friendships just never change. Others, I feel I should sit down with and talk for at least a lifetime and some more. There’s a certain air of things left unsaid, flickering in our eyes for the tiniest part of a second when we first meet again. Year after year, things remain buried alive, untalked about and unresolved.

It’s bittersweet, it’s tearing me apart, it’s slowly killing me and even though it keeps me awake at nights on end, it’s keeping my alive. And I love you for being the very select few that ever really got to know me, the ones that will never let me down, the ones I’d be happy to die for as I know you would, too.

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Mal wieder die Sache mit der Flagge… 0

Nach Lektüre dieses Artikels auf Spiegel Online über Hans-Christian Ströbeles persönliche Abneigung gegen die übermäßige Zurschaustellung nationaler Symbole z.B. während der Fußball-WM kommen bei mir spontan Erinnerungen an eine sehr emotionale Debatte in meinem alten Blog hoch (die Älteren unter uns erinnern sich).

Ströbeles Ansicht deckt sich, wie bekannt, mit meiner. So sehr ich mich selbst auch gefreut habe, dass die Deutschen 2006 von der Weltöffentlichkeit gewissermaßen aus ihrer ewigen Täterrolle ein Stück weit entlassen wurden und unserer Gegenwart endlich einmal mehr Aufmerksamkeit gewidmet wurde als unserer Vergangenheit, hat es mich angewidert, wie im selben Moment bei einigen dieses Gefühl in dumpfen Nationalismus, in ein ekelhaftes “Wir gegen…” an Stelle eines “Wir und…” umgeschlagen ist. Ähnlich ekelerregend finde ich die islamophoben Töne, die von Seiten der CSU nun als Reaktion auf Ströbeles Aussagen angeschlagen werden und eben diese dabei zu einer negativ überzeichneten Karikatur ihrer selbst zurechtdichten, die den Grünen-Politiker als senilen Vaterlandsverräter zu entlarven scheinen, der auf der deutschen Flagge den türkischen Halbmond verewigen möchte. Ich verstehe nach wie vor nicht, was an einem skeptischen Umgang mit Nationalsymbolen unpatriotisch sein soll.

Ich gebe zu, in diesem Zusammenhang ohnehin eine sehr kritische Position innezuhaben. Ich bin Linker und kein Linksnationalist. Genauso wenig trauere ich aber einer Weltrevolution nach, die nie kommen wird und die ich auch gar nicht herbeisehne. Ich verstehe schlicht und ergreifend den Zwang nicht, sich durch nationale Symbole eine Pseudo-Identität zu stricken, die durch nichts anderes definiert wird als durch geographische Zufälle, Striche auf Landkarten und die Tatsache, dass meine Eltern sich damals wohl ganz besonders lieb hatten, beide ebenfalls durch just jene Kette von Zufällen auch deutsche Staatsbürger sind und nach wie vor in diesem Land leben. Was genau verbindet uns denn nun “als Deutsche” — mal abgesehen davon, dass wir in bestimmten Landstrichen das mit Abstand unfreundlichste Volk der Welt sein können? Woher kommt dieses Verlangen nach einer Abgrenzung gegenüber aller Welt, während wir eigentlich dabei sind, immer weiter zusammenzuwachsen und Grenzen zumindest in großen Teilen Europas schon seit einigen Jahren keine Rolle mehr spielen?

Ströbele einen Strick daraus drehen zu wollen, dass er sich für einen kritischeren Umgang mit diesen Symbolen ausspricht und dem dumpfen und unkritischen Nationalismus dieses wie auch anderer Länder nichts abgewinnen kann, ist bestenfalls abstoßend. Es wäre genau diese Art von Kritik gewesen, die vor einem Jahrhundert die Welt vor einer Katastrophe hätte retten können, die niemand wiederholen möchte.

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