Archiv fuer Juni, 2008

the kelly brian alan smith el cascador steve rowland XIII conspiracy. 0

XIII ist zuende! Offiziell seit heute, tatsächlich bereits seit Anfang dieser Woche endlich auch in Deutschland. Auf französisch konnte man bereits seit Ende Januar (glaube ich) die beiden letzten Bände kaufen. Wie bereits in Belgien und Frankreich entschied sich Carlsen auch in Deutschland dafür, Band 18 und 19 zeitgleich zu veröffentlichen.

Jedenfalls: 24 Jahre nach Erscheinen des ersten Bandes “Der Tag der schwarzen Sonne” ist die Verschwörung nicht nur aufgeklärt (das war sie schon nach der Hälfte der Storyline), sondern auch alle Beteiligten glücklich oder tot. XIII hat mit ausnahmslos jeder hübscheren Frau außer Felicity Brown geschlafen, darf sich nach 24 Jahren Dauerlauf ausruhen und weiß endlich, wer er eigentlich wirklich ist – er erinnert sich nur immer noch nicht daran.

Durch die Bourne-Romane inspiriert, legte XIII ein ziemlich gutes Tempo und eine wunderbar verworrene Geschichte mit unzähligen Charakteren vor, die den Leser zeitweilen doch schon überfordern konnte. Band 13 (Sie verstehen die Symbolik) half da in Form eines Dossiers, das alle bisherigen Handlungsstränge und Charaktere zusammenführte und erläuterte, unfassbar weiter.
“Die Kelly-Brian-Story” (Band 18) hat übrigens ausnahmsweise Jean Giraud gezeichnet (Sie wissen schon, Leutnant Blueberry). Geschrieben hat wie immer Jean van Hamme, “Die letzte Runde” (Band 19) stammt wieder aus der großartigen Hand eines gewissen William Vance. Geradezu herzallerliebst sind daher die wiederkehrenden Bezüge auf Band 18 in “Die letzte Runde”: “Die Kelly-Brian-Story” ist im XIII-Universum zu diesem Zeitpunkt nämlich ebenfalls erschienen (ebenso wie oben erwähntes Dossier), allerdings nicht als Comic, sondern als Enthüllungsroman. Erschienen ist der Comic im Comic bei einem gewissen Moebius-Verlag.

Alles in allem sind die beiden Ausgaben jedenfalls das würdige Ende eines durchweg spannenden Abenteuers. “Die Kelly-Brian-Story” gefällt mir dabei irritierenderweise sogar etwas besser als “Die letzte Runde”. Das mag daran liegen, dass hier das letzte Rätsel um die Identität von XIII endgültig gelöst wird. Abgesehen davon ist die Geschichte um den Werdegang und das verkorkste Leben eines IRA-Terroristen van Hamme-typisch gut und sehr spannend erzählt. Was in der “Letzten Runde” als eigentlicher Abschluss der Storyline noch folgt, ist das erwartete fulminante Blockbuster-Finale – das ist nicht schlecht, aber eben auch nicht übermäßig überraschend.

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no taking back the colonies. 0

Amerikanistik vs. Anglistik 7:1
Wenn die Herren Tommies ihre Wunden geleckt haben, werden sie hoffentlich trotzdem weiterweinen.

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scheiß intellektuelle. 2

Warum uns die Uni nicht aufs Leben vorbereitet.

Folgende Situation: Ein durch Unachtsamkeit im Auto zurückgelassener Schlüssel entzieht sich seiner Befreiung durch gerade diese Tatsache; dass er nämlich im Auto eingeschlossen ist. Man addiere nun fünf Akademiker in jeweils fortgeschrittenen Semestern, die durchaus nicht blöde sind, jedoch selten mehr kriminelle Energie zur Schau stellen mussten als für die Mutprobe, um damals zum Detektivclub zugelassen zu werden und, sagen wir mal, der Schwester von irgendwem ihre Lieblingspuppe entwenden mussten. Etwas in der Größenordnung jedenfalls. Die Schwestern waren meist im einstelligen Alter, es waren jedenfalls nie meine.* Manchmal sind wir auch einfach nachts durchs Dorf gerannt und haben Zelte flachgelegt. Oder Böller in Gullis geworfen und uns eingeredet, wir könnten irgendwo die Klodeckel hochhüpfen hören.

Jedenfalls: Man stelle sich nun vor, wie Deutschlands akademische Nachwuchselite zwei Stunden lang mitten in der Nacht um einen Golf 2 versammelt steht und sich vollkommen unfähig erweist, jenen Golf 2, Baujahr 1991, der noch dazu die Freundlichkeit besaß, das Fahrerfenster nicht gänzlich geschlossen zu haben, mittels diverser Gitarrensaiten zu knacken. Es war, um es mit einem viersilbigen Adjektiv zu beschreiben, hochnotpeinlich und ließ sich nicht einmal durch Alkoholkonsum relativieren. Es hat mich durchaus in eine tiefe Krise gestürzt. Der Elfenbeinturm begann stark zu wanken. Ich kann spannende genretheoretische Dinge schreiben und unfassbar eloquent reden und besaß bis zu diesem Erlebnis ein Selbstbewusstsein in der Größe Marokkos, kann aber keinen Golf 2 Baujahr 1991 mit einer Gitarrensaite knacken. Und dabei bin ich eigentlich ein sehr kreativer Mensch.

Was für einen praktischen Wert hat eine Ausbildung, die einen nicht einmal auf eingesperrte Schlüssel in bald durchrostenden Autos vorbereitet? Und wo wir gerade dabei sind, was für einen praktischen Sinn hat meine Ausbildung überhaupt?

*die lesen hier ab und zu mit. und kratzen.

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