Archiv fuer März, 2008

“Sie verdrängen ihre Inkompetenz…” 0

“Man müsste viel stärker während des Studiums beraten, damit die zukünftigen Lehrer wissen, was auf sie zukommt. Denn die Anforderungen des Berufs werden nicht deutlich gemacht – viele halten das tatsächlich für einen Halbtagsjob, für den man nicht viel machen oder wissen muss. Es wird zu wenig dafür getan, die Anforderungen schon im Studium stärker durchzusetzen und auch dahingehend zu beraten, dass man besser die Finger davon lässt, wenn man deutliche Überforderungen feststellt. Da der Bedarf nach Lehrern aber sehr groß ist und nicht nur mit den wirklich Kompetenten gedeckt werden kann, nimmt man auch solche, die es nicht können.”

Lesenswertes Interview bei Spiegel Online, das sich recht gut mit meinen bisherigen Erfahrungen deckt. Kinder sind ja sooo süß und Lehrer haben eigentlich immer Ferien. Und werden alle verbeamtet. Man beachte, dass sich die Studie primär auf die ohnehin sehr praxisorientierten Pädagogischen Hochschulen bezieht und nicht auf die in den Universitäten stattfindende Ausbildung der angehenden Gymnasiallehrer. Da sind die praktischen Anteile des Studiums nämlich wesentlich geringer (und die Realitätsferne u.U. ausgeprägter).

Post to Twitter Post to Delicious Post to Digg Post to Facebook Post to MySpace Post to Reddit

Liebe Badische Zeitung, 3

es ist ja nichts neues, dass du qualitativ eher mittelmäßig bist, mal wohlwollend betrachtet. Das geht im Grunde ja jeder Lokalzeitung so. Aber musste das denn wieder sein?
Da weinen die Bischöfe mal wieder über zuviel Gewalt im Osterfernsehen, weil doch tatsächlich über Ostern alle drei alten Stirb Langsam-Teile liefen. Dass nun gerade die katholische Kirche ein Problem mit allem hat, was in der Bibel so steht (sei es nun mal eben nicht Sex, sondern in diesem Fall Gewalt), ist nichts Neues; Das Geheule zu Ostern und Weihnachten ob der vom Privatfernsehen zertrümmerten Festtagsstimmung auch nicht. Und dass du, Badische Zeitung, auch eher zum Weinen bist, erst recht nicht. Nun aber heute dein zunächst noch recht optimistisch stimmender Kommentar zum Geschehen:

“Aber ganz so schlimm war es ja auch gar nicht. ‘Aviator’, ‘King Kong’ und ‘Madagascar’ – was die Privatsender an Ostern zur Hauptsendezeit zeigten, war viel klassisch gediegenes und gesittetes, spannendes und lustiges Hollywood-Kino. Keines jedenfalls, das die Feiertagsstimmung gestört hätte.”

“Holla”, denkt der Leser da, “die sind ja doch gar nicht so weltfremd hier im Ländle.” Um dann im letzten Absatz zu lesen:

“Selbst wenn Feiertage auch und gerade Fernsehtage sind: Eine Bruce-Willis-Breitseite – 264 Tote allein in Teil 2 – braucht es da nicht, auch im Spätprogramm nicht.”

An dieser Stelle, liebe Badische Zeit, folgendes klassisch gediegenes und gesittetes, spannendes und lustiges Rechenspiel: Wie viele Tote kommen laut dieser Zahl bei einer Nettospielzeit von 118 Minuten auf eine Filmminute? Na? 2,2372881355932203389830508474576. Da hätte den Willis’ ihr Bruce aber wirklich ‘ne Menge Blei in die Gegend zu kloppen. Nun ist es aber so, liebe Badische Zeitung, dass diese Zahl sich relativiert, hat man denn selbst den Film schaut und nicht einfach kurz Google bemüht. Denn so ganz richtig ist das mit den 264 blutrünstig niedergestreckten Toten gar nicht. Es hätte dir zum Beispiel selbst bei deiner Copy & Paste-Recherche auffallen können, dass der Film auf einem Flughafen spielt und diese arschfiesen Terroristen gemeinerweise ausgerechnet an Weihnachten ein Flugzeug abstürzen lassen. Und wie viele Leute sitzen so im Durchschnitt in einer 747? Und sieht man im Film irgendeine dieser Leichen? Eben.

Post to Twitter Post to Delicious Post to Digg Post to Facebook Post to MySpace Post to Reddit

Altbau-Nachteile. 0

Im Gegensatz zu anderen Menschen schockiert es mich nicht, dass unsere Dusche in der Küche steht. Im Gegenteil, es hat ja Vorteile. Direkt neben der Dusche steht die Espressomaschine, die muss ja vorheizen. Im Idealfall ist mein Mitbewohner auch gleich da und der Kaffee auf dem Tisch, wenn ich aus der Dusche komme. Wie gesagt, diese schockierten “Aber du kannst doch nicht duschen, wenn gerade jemand in der Küche sitzt!”-Anfälle habe ich nie nachvollziehen können. Hallo, da ist ‘ne Trennwand zwischen. Undurchsichtig. Ich weiß ja nicht, was ihr unter der Dusche macht, wobei euch niemand hören darf.
Dass die Fenster und der Dielenboden nur mäßig isoliert sind, ist auch noch verkraftbar. Dafür gibt’s ja Kleidung, Teppiche und Decken. Den umweltschädlichen Aspekt mal außen vor, unsere Vermieter sind da eher minimalistisch, wenn’s um Sanierungen geht.

Vertretbar auch, dass aus Platzmangel und weil’s 1920 schließlich so gebaut wurde die Toilette im Treppenhaus ist. Drei Stockwerke, jedes mit eigener Schüssel in der jeweiligen Zwischenetage. Im Winter herrschen Temperaturen um 3 Grad, es hilft zumindest morgens wach zu werden wenn besagter Espressomaschinen-Mitbewohner schon zur Arbeit ist und ich zu faul für die Maschine bin. Angeblich soll heute sogar die Toilette gefliest werden, nachdem unsere Vermieter den Schimmel in den Gipsplatten nicht mehr wegdiskutieren können.

Wie gesagt, alles hinnehmbar und nicht lebensbedrohlich.

Dieser blöde Postbote, der ungefragt unseren königlichen Kackstuhl benutzt, stehend, nicht gut zielend und danach seine Pissflecken nicht mal weg macht, wird aber bald erschossen. Auf der Schüssel.

Post to Twitter Post to Delicious Post to Digg Post to Facebook Post to MySpace Post to Reddit

Naechste Seite »