urlaub beim erbfeind. 0
freiburg hat viele vorteile, unter anderem das wetter (gilt gerade nicht, arschkalt), die toleranz gegenüber allem und jedem (meistens eher nachteil denn vorteil), eine gute uni (mit hohen studiengebühren) und die lage im dreiländereck (richtung süden muss man geld wechseln).
mit ohnehin empfehlenswerter bahncard 50 kostet die günstigste fahrt nach strasbourg im elsass gerade mal 9,50 € pro strecke. damit ist man etwa 50 minuten bis offenburg unterwegs und von dort nochmal 30 minuten mit der s-bahn via kehl über den rhein und direkt in die altstadt.
wie so ziemlich alles hier unten hat auch strasbourg öfter mal besitzer und schreibweise gewechselt, straßennamen sind (in der altstadt) konsequent bilingual und so richtig klischee-französisch wirkt die stadt ohnehin nicht. im grunde nicht viel französischer als freiburg, hier stolpert man im aldi ja auch immer über franzmänner und -frauen.
jedenfalls: freiburg und das leben an sich nervten und ich bin geflüchtet. zum erbfeind, freiwillig, nicht feindlicher gesinnt als meinen deutschen mitbürgern gegenüber. um französische comics zu kaufen, touri zu spielen und hauptsächlich um des unterwegs seins willen.
und entgegen meinem düsteren naturell war’s ein sehr schöner tag. ich habe jacques tardis grabenkrieg für 15 euro gekauft, den 14. gaston-band für 5 euro gefunden und immerhin sogar auf französisch jemandem den weg erklärt. überhaupt, ich habe wieder freiwillig französisch gesprochen. und es war gar nicht mal so schlimm. und dann hätte ich doch beinahe meinen zug zurück verpasst, weil ich noch eclairs für meine wg kaufen wollte.
und weil ich nur vom grenzschutz, nicht aber von der bahn kontrolliert wurde, sind meine tickets nach wie vor bis ende märz gültig, da nicht entwertet. wie gesagt, ein schöner tag.