Alle Welt redet gerade über Hergé, zurecht, natürlich. Wie zumindest ein großer Teil der Welt mittlerweile auch wissen dürfte, starb Hergé während der Arbeit am 24. Tim und Struppi-Abenteuer, welches dementsprechend nie vollendet wurde – Hergé wollte nicht, anders als Morris oder Franquin, dass andere Künstler den weiteren Werdegang seiner Figuren bestimmen. Dementsprechend erschien Tim und die Alpha-Kunst nur als Skizzensammlung, die auf Blatt 42 plötzlich endet und Raum für viele Fragen lässt.
Der Kanadier Yves Rodier kreierte 1995 eine Reinzeichnung, die noch am ehesten an eine “offizielle” Vollendung des Plots herankommt (es existieren noch einige andere Fassungen). Angesichts der Tatsache, dass Rodier damals gerade mal 17 Jahre alt war, mag man ihm verzeihen, dass seine Zeichnungen bei weitem nicht Hergés Charme erreichen. Ab Blatt 42 übernimmt zudem seine Phantasie die Regie und führt die Story zu einem Schluss, der diskussionswürdig ist. Diese Fassung wiederum, nachträglich koloriert durch Mitglieder eines Fan-Forums, findet man praktischerweise online; hier auf französisch, dort in etwas besserer Qualität auf englisch; eine deutsche Übersetzung dieser Fassung existiert nicht.
